“Wir schicken keinen zur Auswahl”

Gibt es nicht? Gibt es doch. Und zwar nicht nur als versteckten Boykott, indem keine Spieler zur Sichtung geschickt werden, sondern auch als laute Aussage voller Überzeugung.

Immer wieder, immer noch gibt es einzelne Vereine, die für ihren Nachwuchs den Zugang zum Auswahlbereich bewusst versperren, die sich aus dem System Talentförderung ausklinken und wo Verantwortliche aus einer Laune heraus über die Zukunft von Jugendlichen entscheiden, Chancen willentlich behindern.

Hat ein Verein das Recht, einem jungen Menschen einen solchen Weg zu verbauen?

Die Gründe für dieses Verhalten werden der oben genannten Aussage meist gleich mitgeliefert: Wenn die Spieler zur Auswahl gehen, werden sie von anderen Vereinen weggeholt. Die Auswahl als Spielermarkt, auf dem sich die Wölfe der anderen Vereine tummeln und sich gierig über das aktuelle Angebot hermachen.

Lieber halten wir ein Licht versteckt und klein, als dass es irgendwann so hell wird und über unseren eigenen Horizont hinaus scheint.

Es ist eine Tatsache, dass sich die Vereinszugehörigkeiten von Auswahlkadern vom Moment der ersten Sichtung an stark verändern und am Ende des Förderzeitraums oftmals eine Konzentration auf wenige Vereine besteht. Auf sämtlichen Auswahlebenen. Zentralisierung. Um diesen Prozess angemessen beurteilen zu können, sollte man allerdings einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich als Verein nicht vorschnell in die Armes-Opfer-Rolle begeben.

Was passiert, wenn motivierte Nachwuchsspieler für die Auswahl gesichtet werden? Für die meisten eröffnet sich eine neue Welt. Umgeben von ähnlich Handball-Verrückten erleben sie ein anspruchsvolleres Training, das Herausforderungen und Lernen beinhaltet. Sie erfahren das Spiel auf einem höheren Niveau und sehen, was möglich ist, wenn man mit Gleichstarken auf der Platte steht. Für einige kommt es gar einer Befreiung gleich zu erleben, dass es noch andere gibt, die so anders sind wie sie: Deren Leben sich um Handball dreht, die nicht genug vom Spiel mit dem Ball bekommen können, die ehrgeizige Ziele verfolgen und die gern bereit sind, konzentriert und mit hoher Intensität zu trainieren. Und dann kommt der Vergleich mit dem Training im Verein, mit den aktuellen Mitspielern. Und dann schleicht sich der Wunsch an, das Andere öfter, besser immer haben zu wollen – die Suche nach der liebgewonnenen Spielfreude beginnt.

Was die Zentralisierung weiterhin unterstützt, sind die Bedingungen, die für einen Weg auf ein bestimmtes Leistungslevel gegeben sein müssen. Spielklasse, Trainingsumfang, Trainerqualität, Niveau der Trainingsgruppe. Oft werden sie als Anforderungen der Verbände deklariert, als Zwänge der verantwortlichen Trainer verurteilt. Im Kern sind es jedoch die Bedingungen, die der Leistungssport diktiert, die aus der Erfahrung und Analyse vieler erfolgreicher Karrieren und gescheiterter Entwicklungen gewonnen wurden. Früher oder später werden Auswahlspieler mit diesen Forderungen konfrontiert: Wenn du dieses Niveau halten und dein Potenzial weiter entwickeln willst, brauchst du folgende Rahmenbedingungen. Und wieder erfolgt der Vergleich mit den Gegebenheiten im eigenen Verein. Dem gegenüber steht die Frage nach den persönlichen Zielen im Handball. Wenn beides nicht zusammenpasst … – es ist eine Entscheidung für die eigene Zukunft.

Ich frage mich oft: Warum ist es für Vereine und ihre Verantwortlichen so schwer zu erkennen und loszulassen? Zu erkennen, dass man einem Talent nicht bieten kann, was es für seine Entwicklung braucht. Einen Spieler bereitwillig ziehen zu lassen, ihn vielleicht gar wegzuschicken, in der Freude, was aus ihm werden könnte, und mit dem Stolz, dass der „mal von uns kam“.

Dann gebt doch selbst Gas! Erschafft doch bei euch die entsprechenden Rahmenbedingungen. Investiert das Nötige, Zeit, Geld und Engagement. – Das ist meine Antwort auf die Angst, die Besten zu verlieren. Wer sie halten will, muss ihnen eine Heimat geben. Wie armselig ist die Lösung, das Licht lieber unter den Scheffel zu stellen.

Wir schicken keinen zur Auswahl. Hat das eigentlich Konsequenzen für einen Verein? Nicht direkt …

11 Gedanken zu „“Wir schicken keinen zur Auswahl”

  1. Renatus Dierberger Antworten

    Trainer die sich so verhalten haben es für Ihren Verein nie begriffen. Die offizielle Sichtung ist nur der sichtbarste Teil der Suche von anderen Vereinen. Es passiert doch bei jedem Spiel, dass man erkennt wer Talent hat. Und wenn es zur Abwerbung kommt, dann kommt es dazu.
    Wichtig ist doch, dass selbst bei der Abwerbung dem Spieler/in die Tür zur Rückkehr in den Verein nicht zu geschlagen wird, sondern WEIT OFFEN GEHALTEN.
    Wer Förderung selbst nicht gut leisten kann, der soll sie doch von anderen machen lassen! Wahrscheinlich hat der eingensinnig handelnde Trainer noch nicht mal ne Kinderhandball-Ausbildung.
    Spieler in Fördergruppen bringen auch neue Trainigsweisen in den Verein zurück, …. wenn man es sich zeigen lässt. Das hilft auch den Spielern die angeblich “weniger” Talent haben.

    Sicher gibt es weiterhin die Ellenbogentrainer, die nur an sich und “Ihre” Meisterschaft zum Saisonende denken.

    WER WIRKLICH KINDER UND SPIELER FÖRDERN WILL, DER FÖRDERT AUCH SELBST IN DEM ER FÖRDERUNG DURCH DRITTE – BEZIRK/KREIS + VERBAND ZULÄSST.
    Wenn nicht sollte er vielleicht nicht einmal Erwachsene traineren.
    Mein Kommentar gilt nicht nur für Hanball. Gilt auch für Fussball und alle Sportarten, für Schule, Musik und Hobbys, für Eltern und später für “Arbeitgeber” bzw. fürs Leben.

  2. yannick Antworten

    So ein Schwachsinn! Fakt ist doch, dass die großen Vereine Sachen versprechen, die sie nicht einhalten können und wollen. Die kleinen Vereine sind die Leidtragenden und können im Endeffekt nicht mal mehr eine Mannschaft stellen. Warum schaffen es die “großen” Vereine nicht selbst, Kinder gut auszubilden und erfolgreich zu sein? Da scheint ja was in der Sichtung und der Ausbildung falsch zu laufen.

    Zudem werden die Kinder hinter dem Rücken des Vereines abgeworben. Die ist der falsche Weg. Und da wundert man sich noch, dass man die Kinder nicht mehr zur Sichtung schickt?

    Wo lebt denn ihr bitte? Bitte sich mal selbst hinterfragen!

    • Renatus Dierberger Antworten

      Hallo Yannck,

      ich lebe in Stuttgart und habe die Sache als Trainer einer unbedeutenden Jugendmannschaft, als Vorsitzender eines Vereins (Handball, Fußball, ….) auch als 10 Jahre als Handballjugendverbandsfunktionär erlebt.

      Ich habe also sicher nicht hinter dem Mond gelebt.

      Und Kinder werden nicht alleine abgeworben? Da müssen gerade bei Kindern die Eltern doch auch mitspielen.
      Wie ist Dein Verhältnis zu den Eltern?

      Wie ist Deine Einstellung zu den Leistungen der von Dir betreuten Kinder? Wenn Sie dies wollen, bringen die Kinder optimale Leistung?

      Wie ist die Einstellung Deines Vereins und Dir zu Deinen Leistungen und denen des Vereins?
      Optimal für das Kind / Talent? Wenn es das Ziel des Kinds und seiner Eltern ist, OPTIMAL zu trainieren?

      Ziel der Verbände und Ihrer Untergliederungen ist wenn gewünscht und möglich optimale Förderung der Talente für …. (Olympia 2020, WM …. ) .

      Und wie ist Dein Verhältnis zu den Trainern die auf Verbands- oder Bezirks-/Kreisebene die Talentförderung betreiben? Wie ist Dein Verhältnis zu den “abwerbenden” Trainern?

      So wie es bei mir hier ankommt eisig!
      Was ich auch verstehen kann.
      Was dann aber auch geändert gehört! Von beiden Seiten.

      • yannick

        Hallo Renatus,

        danke für deinen Kommentar.

        Kurz zu deinen Fragen: Das Verhältnis zu den Eltern war immer sehr gut.

        Die Frage verstehe ich nicht ganz, sorry.

        Optimal für ein Kind ist es so lange wie möglich auf dem Feld zu stehen und im Wettkampf zu sein und nicht 40 min auf der Bank zu sitzen und ein paar Minuten zu spielen.

        Das Verhältnis ist normal. Jeder in unserem Bezirk weiß ja was Sache ist. Es ist also kein Zufall wenn zu einer Sichtung 90% der Vereine fehlen!!!

        Kurze Anmerkung noch: Die Kinder haben die Chance auf Förderlizenz zu spielen, d. h. in zwei Vereinen, dem Heimverein und unterstützend in dem größeren Verein. Dieses Konzept könnte optimal genutzt werden wenn die Vereine vernünftig zusammenarbeiten würden. Dies passiert aber in den seltensten Fällen. Der große Verein ist nur auf sein Wohl bedacht und die Leidtragenden sind im Endeffekt die Kinder. Diese Erfahrungen habe leider nicht nur ich gemacht!

      • Renatus Dierberger

        Hallo Yanik.

        wenn es bei Euch so nicht nur in einer Altersklasse ist, dann solltet Ihr Euch in Eurem Bezirk mal zu diesem Thema zusammen setzen. Mit den Fördertrainern, ggf. Lehrwart etc..

        Das war bei mir in einem Bezirk heftiges Thema als zum Beispiel ein Bundesligist noch keine Jugendabteilung hatte und selbst danach nicht sofort ein Miteinander herrschte.

        Genau die Zusammenarbeit ZWISCHEN den Trainern ist FÜR die Entwicklung der Kinder wichtig.
        Egal ob auf dem Spielfeld Konkurrenz herrscht – in der Entwicklunsgförderung für das Kind gibt es nur ein GEMEINSAM.

      • yannick

        Tja, leider sehen nur wir das so.

        Noch eine kleine Anmerkung. Manche Bezirke haben jahrelang keine Mannschaften gemeldet bzw. konnten und wollten gar keine stellen.

      • HBTrainer

        Selbstverständlich ist der große erfolgreiche Verein nur auf sein Wohl bedacht; aber ist das in Deinem kleineren Verein denn so viel anders? Vermutlich nicht. Das Argument, dass kleinere Vereine durch Abwerbungen keine Mannschaften mehr stellen können, das kann man so glaube ich nicht gelten lassen. Hier muss sich insbesondere der kleine Verein die Frage stellen, warum immer weniger Kinder zum Handball kommen? Warum gibt es immer weniger Mannschaften und bald nur noch JSG’s? Das müssen sich auch die Regionsfürsten fragen, ob ihre Sicht des Handballs denn modern genug ist? Regeln wir auch zu viel kaputt (7.Feldspieler, Harzverbot etc.)? Endlich ist das Doppelspielrecht gekommen, was allerdings nicht in jedem Fall anzuwenden ist, weil auch da gewisse Regeln einzuhalten sind. Und da müssen auch die kleinen Vereine auf die großen Vereine zugehen. Letztere haben ja nicht die Not. Zu der Förderung in den meisten Regionen ist sicher folgendes festzuhalten: ich konnte selten wirklich qualifizierte Trainer an den Regionsstützpunkten in der Erstförderung sehen. Diese Trainer dürfen auch nicht zeitgleich Vereinstrainer einer Jugendmannschaft sein, auf Grund des Interessenkonflikts. Warum fördern wir eigentlich nicht unsere Regionsauswahltrainer und bezahlen Sie richtig? Und warum gibt es da keine Vorraussetzungen, wie zum Beispiel mindestens eine B-Lizenz? Was ich sagen will ist, dass im kleinen zu wenig getan wird. In den Anfängen machen wir die Fehler. Das kann man aber nicht den großen Vereinen vorwerfen, die immerhin noch ganz oft das Aushängeschild in einer Region sind, die medial noch stattfinden. Für mich müssen sich die kleinen Vereine endlich wandeln und modern denken, offen sein für andere neue Wege. Schon jetzt haben wir sinkende Mannschaftszahlen oder fahren für ein 40 minütiges Jugendspiel am Sonntag Morgen über 100km zum Spielort.

  3. HBTrainer Antworten

    Die “großen” und “kleinen” Vereine unterscheidet zu Beginn doch nichts. Beide stehen vor den gleichen Aufgaben, allen Anfängern gerecht werden zu wollen und zu müssen. Beide versuchen bestmöglich auszubilden. Ebenso stellen beide fest, das sich die einen auf Grund mehr Talents besser entwickeln, während es bei anderen nicht so schnell oder teils gar nicht geht. Grosse Vereine bilden demnach ebenso gut, wie kleine Vereine aus oder umgekehrt. Aber beide haben das Problem nicht in jedem Jahrgang immer 14 gleich gute Talente zu haben. Und hier beginnt erst das vermeintliche Problem, welches eigentlich keines ist. Der große Verein hat sich nun mal irgendwann dazu entschieden hochklassig zu spielen und braucht stetig Nachwuchs. Da er wie die kleinen Vereine nicht nur 14 zukünftige Weltmeister hat, muss er sich bei anderen Vereinen umschauen und sich eben dort auch bedienen. Das ist aber egal, ob er dies bei einer Sichtung macht und die “Scouts” losschickt. Die Talente werden so oder so gefunden. Zudem schaffen es auch nicht alle Talente, da fallen nun mal hinten immer wieder welche herunter, wovon die kleine Vereine profitieren könnten, wenn sie sich nicht so blöd dabei anstellen würden. Eines muss auch bedacht werden, dass den großen Vereinen die Talente auch zulaufen. Sie müssen sich also nicht immer nur bemühen und sogar teils Kinder ganz einfach wegschicken. Letztlich: wir haben die verdammte Pflicht für den Deutschen Handball die Talente zu Sichtungen oder höherklassigen Mannschaften zu schicken. Wir dürfen es uns nicht herausnehmen über die Zukunft zu entscheiden. Wir bilden bestmöglich aus und zeigen weitere Entwicklungsmöglichkeiten auf. Sollen die Talente doch bitte selbst herausfinden ob sie es ableisten können und wollen. Ob Versprechen oder Zusagen der Vereine eingehalten werden, das steht auf einem anderen Blatt. Hat hiermit aber nichts zu tun.

  4. Torsten Antworten

    Hallo zusammen , schon interessant wie zwiespältig man ein Thema sehen kann, ich versuch mal was neues 🙂 ok ganz neu ist es sicher nicht 😉 aus meiner Sicht muss oder sollte das Fördersystem etwas umstrukturiert werden um letztlich auf die heutigen Gegebenheiten besser einzuwirken . Generell ist Jugendarbeit eine Verpflichtung gegenüber allen Kids die bereit sind und “willig ” noch Sport zu treiben , egal welchen . Wenn ein Verein sich dem stellt dann bitte richtig und nicht so halbherzig wie es bei einigen zu sein scheint – Yannick ich möchte hier keinen angreifen aber “war” find ich zu wenig im Kontakt zu Eltern und normal ist auch kein gut im Verhältnis von Trainer zum Verein und Verein zum Bezirk etc. und ehrlich , muss ein Kind 40 min spielen um spass am Sport zu haben oder ist das eine andere Form der Gleichmacherei , ich in dem Alter konnte garnicht 40 min spielen ( ich war zu dick ) ich war froh 10 min zu schaffen und mich zu steigern – ich hatte trotzdem Spass und bin immer besser geworden weil alle an mich geglaubt haben mich gefordert und gefördert haben in mich investiert haben , am meisten meine Eltern mein Verein mein Trainer sogar meine Lehrer!!! Soviel dazu . zurück zum Thema :
    es wurde ja bereits einiges positives gesagt dem ich zum größten Teil auch gerne zustimme , dennoch sehe ich auch die Wechselwirkung aus Breitensport/Jugendarbeit und Leistungssport/Nachwuchsförderkonzepten kritisch , da mir Zuwenig zurück fließt , das sollte aber nicht zu einem “sich dem System sperren” führen sondern eher zu einer Debatte es besser zu machen. Warum honoriert man nicht die Förderung und Weiterleitung von Talenten zum höherklassigen Verein ??? ich rede da auch nicht über horende Beträge die die Vereine in den Ruin führen , sondern über kleine Boni für gute Ausbildung und stetiges Arbeiten an der Basis !!!! Warum gibt es nicht einen Qualitätsboni für sich fortbildende Trainer , Warum keine separaten Sponsorenfördergruppen für besonders aktive Vereine oder Fonds für Trainer Vereine und “Wegbereiter ” , die unsere Talente voranbringen ????
    Noch ein Satz als generellen Abschluss , solange einem “Wegbereiter” , Förderer und den Sportlern selber nicht der Respekt und die Anerkennung gezollt werden die sie verdienen wenn sie sich engagieren und Lebenszeit investieren, egal auf welchem Niveau, solang sind unsere Diskussionen/Ideen/Bemühungen -so interessant als würd in Texas ne Schippe umfallen!

  5. yannick Antworten

    Guten Morgen,

    ist ja ne richtig gute Diskussion daraus geworden 🙂

    @Torsten

    Bitte nicht soviel in meine Sätze hineininterpretieren, ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu den Eltern der von mir trainierten Kinder, und das bezeichne ich als normal, also alles gut!
    Kurz zur Spielzeit: Das mit den 40 Minuten war nur ein Beispiel, natürlich ist es das Wichtigste, dass das Kind Spaß am Spiel hat.

    Deine Ansätze mit den Honoraren und den Weiterbildungen der Trainer finde ich mehr als gut! Auch, dass Auswahltrainer fest angestellt werden, wäre mehr als super. Eine wirklich super Idee!

  6. Uli Decker Antworten

    Man muss dieses Problem auch von Seiten sehen, die bislang noch gar nicht erwähnt wurden. Es ist unbestritten, dass es talentierte junge Spieler gibt, die im seitherigen Verein aus den verschiedensten Gründen nicht die Möglichkeit haben, sich weiter zu entwickeln und die deswegen den Verein wechseln “müssen”. Aber die aufnehmenden Vereine müssen dafür auch etwas tun bzw. etwas bieten und zwar dem abgebenden Verein !

    1.
    Der abgebende Verein hat den Spieler auch über eine gewisse Zeit ausgebildet und zwar mit dem Ziel, ihn irgendwann einmal als eigenen aktiven Spieler in seinen Reihen zu haben und damit den eigenen Fortbestand zu sichern. Hierfür hat er personelle und finanzielle Aufwendungen erbracht !

    Für diese Anstrengungen bekommt er vom aufnehmenden Verein aber GARNICHTS !!!

    Und der aufnehmende Verein erhält einen teilausgebildeten Spieler für “Umme”.

    Es ist also dringend erforderlich, dass eine rechtlich saubere finanzielle Ausbildungskostenentschädigung eingeführt wird. Aber selbst Bundesligisten haben sich in der Vergangenheit gegen diese Entschädigungen mit “Händen und Füssen” gewehrt, nur um den eigenen Etat zu schonen.

    2.
    Mit jeder Erhöhung der sportrechtlich zulässigen Spielerzahl einer Mannschaft verschärft sich die Abwerbeproblematik, denn jetzt werden auch Spieler geworben, die nur ein “begrenztes Potential” haben, die aber zur Auffüllung des 14er- oder gar 16er-Kaders gebraucht werden. In den Spielen bekommen sie aber nicht die Einsatzzeiten, die sie für Ihre (begrenzte) Weiterentwicklung brauchenI

    Da in vielen Fällen dieses Potential aber bereits zum Zeitpunkt des Vereinswechsels sichtbar ist, ist der begrenzte Einsatz auch schon vorhersehbar, so dass der Verbleib für diese Spieler beim alten Verein sinnvoller wäre.

    Und eins ist klar, dass ein um Spieler werbende Vereine immer nir alles in himmelblau malen wird, nur um erfolgreich zu sein, denn das eigene Wohl ist selbstverständlich immer wichtiger als das von anderen.

    3.
    Was passiert mit dem Spieler, wenn dessen Talent/Fähigkeiten dann auch nicht mehr ausreicht, um sich noch weiter zu entwickeln? Dies kann entweder körperlicher oder privater oder schulischer Natur sein. Bekommen die abgebenden Vereine dann diese Spieler, die ihren “Zenit” erreicht haben, wieder zurück ? Dies muss oftmals verneint werden.

    Auch hier ist ein Lösungsansatz (wozu ich aber keine Lösungsmöglichkeiten habe) erforderlich, denn wenn das Talent einmal wieder in den eigenen Verein zurückkommt, wären sicher kleine Verein leichter bereit, ein Talent auch abzugeben.

    Und über eins müssen wir uns alle einig sein:
    Ohne die kleinen Vereine ist es nicht möglich, unsere Sportart flächendeckend anzubieten und damit soviel wie möglich Kinder für den Handball zu begeistern und unserer Sportart einen erfolgreichen Fortbestand zu sichern.

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